Licht – Lebensgrundlage, Wellness, Therapie, Teil 1

Licht – Lebensgrundlage, Wellness, Therapie

Teil 1: Licht – Urquell des Lebens

„Licht – für das menschliche Auge sichtbarer Bereich der elektromagnetischen Wellen“ – soweit die naturwissenschaftliche Erklärung. Doch was ist Licht, oder besser: welche Bedeutung hat Licht für uns Menschen und unser Leben? „Und Gott sprach, es werde Licht“ – ein der wohl gesamten Menschheit vertrautes Synonym für die Versinnbildlichung des Anbeginns allen Lebens. Die moderne Kosmologie spricht vom Urknall (aus ur- „zuerst“ und Knall) im Zusammenhang mit dem Beginn des Universums, in dem Mutter Erde beheimatet ist. Doch ganz gleich, zu welcher begriffserklärlichen Definition sich jeder hingezogen fühlt, eins bleibt wohl unbestritten: ohne Licht gäbe es unseren blauen Planeten nicht und damit auch kein Leben. Licht, Lebensgrundlage und Rhythmus gebender Bestandteil des menschlichen Lebens; Letzteres jedenfalls bis zur Erfindung der mechanischen Zeitmesser. Bei Sonnenaufgang wurde der Mensch aus dem Dunkel der Nacht in ein neues Leben erweckt. Und nicht von Ungefähr wurde und wird der Schlaf einem dem Tode ähnlicher Zustand zugeordnet; man tritt aus dem Tagbewusstsein heraus, hinein in das Dunkle der Nacht, mit ihren Träumen, die meist bei Rückkehr aus diesem Zustand hinter einem Schleier des Vergessens verschwinden. Und dies wird ja auch bei esoterisch-spiritueller Sichtweise auf unser Sein für den Zustand des Todes beschrieben: Man verabschiedet sich aus dem Ich-Bewusstsein des Lebens und damit aus der Erinnerung des Gewesenen, das nach einer Rückkehr in ein irdisches Leben, ebenso wie ein Traumerleben, hinter dem Schleier des Vergessens verborgen bleibt. Allenfalls können wir auf Erfahrungspotenzen, die sich tief in unserem Unbewussten manifestiert haben, zurückgreifen, oder sie uns als Erkenntnishilfen für unser Tun im Hier und Jetzt zunutze machen, über die uns zum Beispiel eine Horoskopanalyse unter tiefenpsychologischen Gesichtspunkten hilfreiche Hinweise geben kann.

Heute wird dieser Rhythmus durch die allgegenwärtige künstliche Beleuchtung außer Kraft gesetzt; ob das dem Menschen gut tut, sei dahingestellt.

So ist Licht ein Faszinosum, ein tief in unserem unsterblichen Seelenkern verwurzeltes Ur-Wissen, dass Licht gleichbedeutend ist mit Leben, aber auch mit der Hoffnung, dass man mit Licht dem Dunklen der Nacht, des Todes entfliehen könne. Nach Überlieferung von Friedrich von Müller (1779-1849), einem deutschen Politiker, war Licht die letzte Forderung Goethes, der eine halbe Stunde vor seinem Ende am 22.03.1832 befahl: „Die Fensterladen auf, damit mehr Licht eindringe.“ Ein letzter Hoffnungsfunke, mit mehr Licht dem nahenden Ende vielleicht doch noch entfliehen zu könne, so, wie ein heller Sonnentag eine tiefe Niedergeschlagenheit vertreiben kann.

Auch wir alle kennen doch das wunderbare Gefühl, wenn nach den dunklen Tagen der Winterzeit, einem Zustand von Niedergeschlagenheit oder gar Depression ein strahlend heller Sonnentag oder die erste Frühlingssonne uns innerlich aufatmen und wieder Leben und Zuversicht spüren lassen. Aber auch in unserem Sprachgebrauch ist Licht, das Helle als Synonym allgegenwärtig: Jemandem geht ein Licht auf, jemand hat einen Geistesblitz, jemandem kam eine Erleuchtung – alles Begrifflichkeiten die einen Zustand beschreiben, das etwas Dunkles in uns erhellt, zum Leben erweckt wird.

Wenn also Licht die Ur-Grundlage allen Lebens ist, dann ist, nein muss es auch ein Quell der Heilung sein. So wurde die Heilwirkung des Sonnenlichts von den Menschen schon sehr früh erkannt und die sog. Heliotherapie bereits bei den alten Völkern der Assyrer, Ägypter, Griechen, Römer und der Germanen als Heilmethode eingesetzt.

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