Hypno_GeschichteDie Geschichte der Hypnose

Hypnose ist eine der ältesten bekannten Wissenschaften, falls der Begriff „Wissenschaft“ hier verwendet werden darf. Bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. verstanden es ausgebildete Priesterärzte der Sumer, Kranke durch hypnotische Suggestionen im Schlaf zu heilen, und auch damals schon waren die drei uns heute bekannten Stadien der Hypnose bekannt. Den Beweis hierfür liefert ein geschriebenes Werk, das der berühmten Priesterschule von Erech entstammt.

Auch im alten Ägypten und in der altgriechischen Kultur wurden im Rahmen von Hypnose die Selbstheilungskräfte von Kranken aktiviert, und in der ältesten  Sanskriturkunde der Inder, Manus Gesetzbuch, ist von „Wachschlaf“, „Traumschlaf“ und „Wonneschlaf“ die Rede, und bei vielen fortgeschrittenen Yogatechniken spielt die Selbsthypnose auch heute noch eine große Rolle.

Die Philosophen des römischen Reiches bedienten sich der Kraft der Hypnose, und in den Anfängen des Christentums praktizierten Mönche die Hypnose, um Kranke zu heilen. Erst mit der Inquisition geriet diese Form der Heilkunst als „teuflisch“ in Verruf und damit in Europa in Vergessenheit.
Der portugiesische Abbé Faria, der sich 1813, aus Goa kommend, in Paris niederließ, hatte in Indien hypnotische Erscheinungen studiert und brachte diese Heilkunst wieder nach Europa.

Den Begriff „Hypnose“ schließlich prägte der Augenarzt James Braid aus Manchester, ausgehend vom griechischen Wort hypnos = Schlaf.

Prof. Hypolyte Bernheim, der mit Auguste Ambroise Liébeault die „Schule von Nancy“ schuf, setzte 1886 den Beginn der wissenschaftlichen Anwendung der Hypnose. Ein Schüler von Nancy war Sigmund Freud, der Begründer der  Psychoanalyse.

Ein weiterer Wissenschaftler, der sich mit Hypnoseforschung auseinandersetzte war Emile Coué, der die Lehre von der Autosuggestion entwickelte, basierend auf dem Lehrsatz:

„Nicht der Wille ist der Antrieb unseres Handelns, sondern unsere Vorstellungskraft.“

Iwan Petrowitsch Pawlow schließlich gelang es im Rahmen von Tierversuchen zu beweisen, dass Hypnose und Suggestion ganz normale Lebensvorgänge sind, und damit konnte er die Hypnose vom Ruf des Mysteriösen befreien.

In der heutigen Zeit haben sich vor allem Dr. Milton Erickson, Begründer der American Society for Clinical Hypnosis, Prof. Dr. phil. Kurt Tepperwein, Leiter des internationalen Arbeitskreises für Hypnoseforschung, und auch Prof. Johannes Heinrich Schultz, Begründer des „Autogenen Trainings“, für die Hypnose verdient gemacht.

In zahlreichen Verbänden und Organisationen wird mittlerweile die Hypnose als „Kunst“ oder „Heilkunst“ verbreitet, wobei oftmals auch die Show als „Effekthascherei“ im Vordergrund steht oder das „wissenschaftlich elitäre Element“ übertrieben wird.

Ein gesundes Maß an Wissenschaft, gepaart mit menschlichem Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein, sowie den erforderlichen technischen Grundkenntnissen sollte hier wohl ausreichend sein, Menschen praktisch zu helfen.