Die Mondknoten aus astrologisch-psychologischer Sicht

Von unserem Erdstandpunkt aus gesehen, und damit aus astrologischer Sichtweise, sind die beiden Mondknoten, wie oben beschrieben, die beiden Schnittpunkte von Mond- und Erdbahn. Ins Geburtshoroskop wird aber nur der aufsteigende, also der nördliche Mondknoten eingezeichnet, da er die willentlich beeinflussbare Möglichkeit symbolisiert, in unserer Entwicklung weiterzukommen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Mondknoten dennoch paarweise vorhanden sind und in einem polaren Winkel von 180° einander gegenüber liegen. Besondere Relevanz bekommen sie, wenn sie mit einem Planeten eine primäre Winkelverbindung bilden (Konjunktion/Quadrat). Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass die Schnittpunkte im Raum ja die Punkte sind, wo sich die Bahnen zwei unserer Persönlichkeitsplaneten (Sonne und Mond) kreuzen, wird sich uns die Bedeutung der Mondknoten immer mehr erschließen. Die Bedeutung der beiden Mondknoten zeigt sich dahingehend, dass sich der Mond am absteigenden Knotenpunkt zur Nachtseite (unterhalb der Ekliptik) hin begibt, also sozusagen in den unbewussten Raum eintritt, während er am aufsteigenden Knoten seine Bahn im bewussten Raum, also auf der Tagseite (oberhalb der Ekliptik) fortsetzt.

Die beiden Knotenpunkte sind so auch Schnittpunkte zwischen unserer Vergangenheit und unserer Zukunft und symbolisieren damit einen Entwicklungsweg, auf dem ich gehen muss: der aufsteigende MK zeigt mir den Weg nach vorn, der absteigende MK den hinter mir liegenden Weg, meine Vergangenheit.

Der aufsteigende und absteigende Mondknoten

Der absteigende Mondknoten zeigt mir also meine Erfahrungen aus früheren Existenzen: Fähigkeiten und Verhaltensmuster, die wir fast reflexhaft unterliegen und die immer dann wirksam werden, wenn ich nicht bewusst die Dinge im Hier und Jetzt bewältige. Die Thematik und die Qualität des Hauses und Zeichens, in dem der absteigende MK steht, können wir mühelos bewältigen. Es sind unsere sog. unbewussten Handlungsmuster.

Der aufsteigende Mondknoten ist der Punkt, an dem wir zur Weiterentwicklung unseres inneren, geistigen Wachstums aufgefordert werden. Planeten in seiner Nähe haben daher einen besonderen Stellenwert. Die Thematik des Hauses und die Qualität des Zeichens zeigen uns, was uns in unserem inneren Wachstum voranbringt. Vor allem in der Jugend ist der „Sog“ des absteigenden Mondknotens meist noch sehr stark; wir fallen aus unserer unbewussten Wahrnehmung in alte Verhaltensmuster. Erst mit zunehmender Bewusstwerdung erwacht in uns die Einsicht mit dem Aufruf, unbekannte, aber eigene Weg einzuschlagen und unsere Motivationen und Handlungsmuster zu überdenken, um uns weiterentwickeln zu können.

So ist der aufsteigende Mondknoten also ein Symbol unserer Zukunft wie der absteigende eines aus unserer Vergangenheit. Der aufsteigende MK fordert uns immer wieder auf, den ersten, den nächsten Schritt zu tun, was uns oft schwerfällt und damit die Gefahr besteht, wieder in alte, uns bekannte Reaktionsmuster zu verfallen, also den Weg rückwärts zum absteigenden MK als Punkt des geringsten inneren Widerstandes, wie Dane Rudhyar es bezeichnete. So sollten wir immer wieder nach vorn schauen und den Entwicklungsauftrag des aufsteigenden Mondknotens bewusst wahrnehmen und im Sinne von Roberto Assagioli[1] die Eigenschaften des „guten Willens“ stärken und mit geübten Willen entdecken und einsetzen.

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Der aufsteigende Mondknoten ist der Aufstiegspunkt im Geburtshoroskop, der uns die positiven Möglichkeiten aufzeigt,

in der eigenen Entwicklung voranzukommen (Jupiterpunkt).
Er zeigt uns den Weg voran in unsere Zukunft.

 

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Der absteigende Mondknoten ist sozusagen der Blick zurück in unsere erfahrungsmäßige Vergangenheit und zeigt an, welche alten Muster wir noch im „Gepäck“ haben, von denen wir uns aber befreien sollen (Saturnpunkt). Er zeigt auf, woher wir kommen.

 

 

[1] Roberto Assagioli, 1888-1974, italienischer Analytiker und Therapeut, Begründer der Psychosynthese und des gleichnamigen Instituts in Florenz