Vor- und geburtliche Prägung in Psychologie und Astrologie

Vor- und geburtliche Prägungen in Psychologie und Astrologie

Wie erlebt ein Kind Schwangerschaft und Geburt?

Vor- und geburtliche Prägung psychologisch

Dass die Prägung und damit Konditionierung eines Menschen nicht erst mit seiner Geburt beginnt, ist in der Psychologie kein Geheimnis mehr, obwohl das ganze Thema auch noch nicht hinlänglich erforscht ist. Angenommen wird, dass Reaktionen und Verhaltensweisen eines Menschen, die sich nicht mit familiären oder sonstigen Milieubedingungen nach der Geburt erklären lassen, sich auf mögliche vorgeburtliche „Erfahrungen“ des Kindes zurückführen lassen. Dies äußert sich dann als ein unbestimmtes, inneres Gefühl, was sich sowohl behindernd als auch fördernd auf die Lebensbewältigung auswirken kann. Und das erscheint auch durchaus plausibel.

Wir alle haben das sicherlich schon erlebt, dass wir innerlich verkrampfen, es uns übel wird oder Herzrasen einsetzt, wenn wir unter Druck stehen, Stress haben, in einer Krise stecken. Unser Gefäßsystem verengt sich, wodurch die Blutzirkulation und damit verbunden die Sauerstoffversorgung des ganzen Systems in Mitleidenschaft gezogen wird. Und auch einschneidende Lebensereignisse wie Unfälle, schwerere Krankheiten oder sonstige Traumata hinterlassen einen prägenden Einfluss. Vielleicht werden wir danach ängstlicher, trauen uns nicht mehr Auto zu fahren, achten penibel auf unsere Gesundheit, vermeiden es, uns bei Verlusterfahrungen auf neue Beziehungen einzulassen oder entwickeln gar gerichtete oder ungerichtete Angstzustände oder Phobien. Und dies gilt eben nicht nur für nachgeburtliche, reale Lebenserfahrungen, sondern auch für vorgeburtliche Erfahrungen, die dann einen prägenden und oft auch bestimmenden Eindruck auf unser gesamtes Leben hinterlassen können.

Wenn eine Schwangere zum Beispiel in schwierigen Verhältnissen lebt, alleinstehend ist, Drücken einer schwierigen Realsituation ausgesetzt ist, sie vielleicht über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenkt, dann wird das Auswirkungen nicht nur auf ihr eigenes System haben, sondern natürlich auch auf das des Ungeborenen. Wir müssen dabei bedenken, dass das gesamte Nerven- und lebenserhaltende System der Mutter ja auch das des Ungeborenen ist. Und das bedeutet: die Gebärmutter zieht sich zusammen, für das Kind entsteht ein Beengungs- und damit lebensbedrohendes Gefühl durch Sauerstoffmangel, welches dann als Urerfahrung „mit ins Leben genommen“ wird. Das Ungeborene befindet sich sozusagen in einem ständigen „Überlebenskampf“.

Wenn die werdende Mutter hingegen in entspannten Verhältnissen lebt, ihre Existenz gesichert ist, sie in jeder Hinsicht Entlastung und Unterstützung erfährt, beide Elternteile sich auf das Kind freuen, dann wird natürlich auch das Auswirkungen auf das Ungeborene haben. Es erlebt hier als Urerfahrung Sicherheit, Geborgenheit, ein Gefühl des genährt Seins und „die Welt erwartet mich“.

Allerdings kann ein Zuviel der gefühlsmäßigen und gedanklichen „Sättigung und vorgeburtlicher Fürsorge“ bei dem Ungeborenen sozusagen „seelische Glaubenssätze“ eines „ich muss mich um nichts kümmern, da ist immer jemand, der’s für mich richtet“ hinterlassen, was sich dann ebenfalls hemmend und erschwerend auf die eigene, selbst-bewusste Lebensgestaltung und -bewältigung auswirken kann.

Welchen prägenden Einfluss das Beispiel dieser beiden Erfahrungsvarianten eines Neugeborenen auf sein gesamtes Seins-Gefühl in der späteren materiellen Welt haben wird, kann sicherlich unschwer nachvollzogen werden.

Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass jedes Gefühl, ob negativ oder positiv, eine Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen erzeugt, wie z. B. das Neuropeptid Arginin-Vasopressin (bei Angst, Furcht oder sonstigen unangenehmen Situationen), oder Oxytocin, zusammen mit Serotonin, z. B. bei einem Gefühl von Liebe; hierbei werden körpereigene Opiate aus dem mesolimbischen System freigesetzt. Weiterhin sind Nordadrenalin (Erregtheit oder Aufmerksamkeitsmangel), Acetylcholin (wache Aufmerksamkeit), Dopamin bei Neugierde oder Erwartung von Relevanz.

Bei Hochsensibilität spielen vor allem Cortisol, Dopamin und Serotonin eine Rolle.

Aber auch der Geburtsvorgang selbst hinterlässt natürlich seine Spuren in der Seele eines Menschen. Ist er schwer und lang wird das das Kind als Kampf empfinden mit einem unterschwelligen Lebensgefühl von: Das Leben ist Kampf, ich kann nur überleben, wenn ich mich dem Kampf stelle.
Geht eine Geburt jedoch leicht und schnell vonstatten, dann wird das Kind dies als eine Erfahrung der „Leichtigkeit des Lebens“ mit in sein weltliches Leben nehmen.

Beide Beispielvarianten machen sich im späteren Leben besonders in Lebensübergangen bemerkbar, die dann entweder auch als „Kampf“ oder als leichter Schwellenübertritt empfunden wird.

Hier hat vor allem der Arzt und Psychiater Dr. Stanislav Grof 1) in jahrelangen Forschungsarbeiten die Wichtigkeit des Geburtsvorgangs für das spätere Leben des Neugeborenen erkannt.

Vor- und geburtliche Prägung astrologisch

Nicht nur die Psychologie beschäftigt sich mit dem Thema vorgeburtlicher Prägung, sondern auch in der Astrologischen Psychologie steht uns ein effektives und gut anwendbares Deutungsmodell zur Verfügung, was das Erkennen von schwierigeren Lebensthemen sehr unterstützen kann.

Meine Kollegin Sibylle Sulser 1) aus Zürich beschäftigt sich Langem mit dem Thema. In enger Zusammenarbeit mit Dr. Grof hat sie dessen vier Phasen der Geburt („Perinatale Matrizen“) der kosmischen Symboldeutung (©IPEI-Institut) zugeordnet:

Erste Matrix – Paradies oder ominöse Gefahr: Neptun

Zweite Matrix – Kein Ausweg, Hölle = Wehen: Saturn

Dritte Matrix – Mein Kampf auf Leben und Tod: Fegefeuer = Presswehen

Vierte Matrix – Durchbruch in eine neue Welt; plötzliches Licht Befreiung oder Schock: Uranus
©IPEI-Institut

Damit konnte die Astrologische Psychologie um ein weiteres effektives Diagnoseinstrument ergänzt werden, welches auch von mir eingesetzt wird.

1) Stanislav Grof, Mill Valley (Kalifornien)
Medizinphilosoph, Psychotherapeut und Psychiater

2) Sibylle Sulser, IPEI Institut Zürich
Psychologin, Astrologische Psychologin, Coach, Dozentin www.ipei.ch